Rangliste

Der 56th Coupe Aéronautique Gordon Bennett geht als eines der schönsten und würdigsten Rennen in die Geschichte ein. Unser Dankeschön geht an Alle die mitgeholfen haben, dass diese Veranstaltung zum vollen Erfolge werden durfte. Es wurde Ballongeschichte geschrieben und beste Werbung für den Ballonsport gemacht.
Herzlichen Dank!

1. Platz    Sebastien ROLLAND / Vincent LEYS     1620.06 km   69 hrs 02 min
2. Platz   Kurt FRIEDEN / Pascal WITPRÄCHTIGER   1604.28 km   59 hrs 13 min
3. Platz   Andy CAYTON / William MANUEL   1369.52 km   42 hrs 05 min

Kurt & Pascal

1.-3. Platz

1.-3. Platz

Alle Pilotinnen und Piloten

Alle Pilotinnen und Piloten

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Das nächste Gordon Bennett Renne findet vom 23. – 31. August 2013 in Nancy Frankreich statt.

57th Coupe Aeronautique Gordon Bennett 2013

57th Coupe Aeronautique Gordon Bennett 2013

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Closing Ceremony in Ebnat-Kappel

Wir geniessen einen wunderschönen Abend in Ebnat-Kappel. Die Closing-Ceremony mit Preisverleihung findet in den schönen Räumlichkeiten vom Kappellerhof statt. Zu den Specialgästen gehört auch der Präsident der FAI.

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Fahrtbericht GB 2012

Fahrtbericht 56. Coupe Aéronautique Gordon Bennett

Track SUI-1

Fahrstrecke SUI-1 GB 2012

Freitag 31.08.2012
Alle Teilnehmer treffen im regnerischen Toggenburg ein. Generalbriefing und Eröffnungsabend stehen auf dem Programm. In würdiger Atmosphäre und mit Toggenburger Folklore wird der 56. Coupe Aéronautique Gordon Bennett eröffnet. Doch wie wird sich das Wetter entwickeln? Daniel Murer von Meteo Schweiz ist verhalten optimistisch.

Samstag 01.09.2012
Um 10 Uhr findet das nächste Briefing statt. Der Regen hat nachgelassen, doch die Wolken hängen tief. Die Wettkampfleitung setzt alles daran, die Wettfahrt starten zu können, denn die Wetterkarten zeigen eine Beruhigung auf den Abend. Der Zeitplan sieht das Ballonfüllen auf 15 Uhr vor. Die Teams beginnen ihre Sandsäcke zu füllen und die Ballone auszulegen. Die Organisation auf dem grossen Start Gelände ist hervorragend. Mit Aebi Geländefahrzeugen werden das Material und die Sandsäcke zum jeweiligen Aufrüstplatz gebracht. Dicke dunkle Wolken ziehen übers Toggenburg, in Wattwil regnet es anhaltend, doch bei uns in Ebnat Kappel sorgt Petrus für fast trockene Verhältnisse. Nur ab und zu regnet es ein wenig, was uns aber dank 2 Zelten nicht gross stört. Ab 16 Uhr werden die Ballone mit Wasserstoff gefüllt, was bis 19.30 Uhr abgeschlossen ist. Beim letzten Briefing um 20 Uhr wird der Start für 22.30 Uhr angekündigt. Laut den Wetter Modellen sollen die Wolken sogar noch auflockern, was allerdings kaum jemand für möglich hält. Doch Dani Murer von Meteo Schweiz hat die Wetterlage bestens im Griff und man glaubt es kaum, aber um 22 Uhr zeigt sich der Vollmond am Toggenburger Himmel.

01.09.12  22:15 Uhr      Ebnat Kappel                                 632 m.ü.M       313°    4 km/h        560 kg
Es geht so richtig unter die Haut. Ballon um Ballon hebt zu den Klängen der jeweiligen Nationalhymne in den Toggenburger Himmel ab, gespielt von der Harmonie Ebnat Kappel. Eine Begeisterte Fangemeinde jubelt uns zu, als wir im letzten Drittel zum Start getragen werden. Christian Stoll als Startleiter sorgt für genügend Steigkraft, damit die Ballone zügig aus dem Talkessel steigen. Bald werden wir von der Bisenströmung erfasst. Die meisten Ballone steigen schnell hoch, um eine möglichst gute Richtung nach West Nordwest zu finden. Unser Ziel ist es, so weit wie möglich nach Nordwesten zu kommen um mit der Drehung nach Süden über die Pyrenäen nach Spanien zu gelangen und nicht mit dem Mistral ins Mittelmeer getrieben zu werden. Daniel Gerstgrasser unser Meteorologe ist top motiviert und wird uns laufend mit den neusten Berechnungen versorgen.

02.09.12  00:00 Uhr      Hinwil                                                3146 m.ü.M    296      41 km/h     380 kg
Die Wolken unter uns sind aufgelockert, wir sehen auf Hinwil und den Zürichsee. Leider will unser Ballon nicht oben bleiben, und so brauchen wir ständig etwas Ballast. Die Atmosphäre ist sehr instabil. Einige Ballone wählen eine tiefe Fahrt mit der Biese Richtung Zürichsee. Das ist Ballastsparender, aber wird es reichen um nach Spanien zu kommen?

02.09.12  03:00 Uhr      F-Kemps                                          3216 m.ü.M    272°    27 km/h     370 kg
Das Elsass ist erreicht und somit sind wir nordwestlicher als die Trajektorien es uns vorhergesagt haben. Die Drehung hat bereits eingesetzt. Thomas Hora und Volker Löschhorn sind ganz in unserer Nähe, wir unterhalten uns über Funk. Die Top Teams FRA1 und GER3 fahren tief langsam über den Zürichsee Richtung Südwest. Spannend, spannend.

2.9.12       06:15 Uhr      F-Bussurel                                       3746 m.ü.M    277°    11 km/h     320 kg
Vor den Vogesen hat die Richtung innert kürzester Zeit auf Südwest gedreht. Ist das schon der Einfluss des Mistrals? Wir reagieren und steigen noch höher um weiter nach Westen zu kommen. Wie sich später herausstellt, bleiben die meisten Ballone tiefer und driften nach Südwest.

2.9.12       10:30 Uhr      F-Velesmes                                    3719 m.ü.M    250°    39 km/h     310 kg
Ein Telefongespräch mit Daniel Gerstgrasser bestätigt uns, wir haben am meisten nach Westen korrigiert. Doch die tieferen Ballone fahren auch eine gute Richtung und sind einiges schneller als wir. Daniel meint, dass wir am Rand des schnellen Windbandes und dadurch  langsamer sind. Das ist schon OK, es ist besser von Hinten aufzuholen als der Vorderste zu sein….

2.9.12       17:00 Uhr      F-Bourbon                                      2377 m.ü.M    215°    27 km/h     290 kg
Die Abkühlung lässt uns Sinken.  Leider wird auch die Richtung schlechter, sprich mehr nach Süden. Tomas Hora meldet, dass er ein Leck an seinem Ballon vermutet. Ihm bleiben noch rund 200 kg Ballast. Aus Sicherheitsgründen und wegen der bevorstehenden Überquerung der Pyrenäen will er am Abend in Südfrankreich landen.

3.9.12       03:40 Uhr      F-Pau                                                3373 m.ü.M    216°    49 km/h     200 kg
Die letzten Stunden haben wir dauernd nach der optimalen Windrichtung Südwest gesucht. Je westlicher wir über die Pyrenäen fahren werden, umso weniger hoch sind die Berge. Laut dem Höhenprofil unseres GPS sind die höchsten Berge vor uns 2400 m.ü.M, somit haben wir knapp 1000 m Platz, das sollte reichen. Mit 60 km/h düsen wir im Dunkeln über die Berge. Die dunklen Felsen unter uns wirken bedrohlich, aber die Leewellen halten sich in Grenzen. Zweimal sinken wir mit 2 m/s, kommen aber je mit 2 Schaufeln wieder ins steigen. Bald liegen die Pyrenäen hinter uns und der 2. Morgen kündigt sich über Spanien an. Die Landschaft ist nun deutlich karger geworden.

3.9.12       10:00 Uhr      E-Fuentelsatz                                4274 m.ü.M    213°    48 km/h     180 kg
Es ist eindrücklich über diese schier unendlichen Ebenen zu fahren. Wasser scheint hier Mangelware zu sein, kaum ein grüner Fleck ist zu erkennen. Daniel Gerstgrasser hat mit uns telefoniert und mitgeteilt, dass an unserer Position eine Aufteilung der Winde stattfindet. Wir müssen mit aller Kraft nach Westen kommen.  Weiter oben finden wir bis 221° Fahrtrichtung. Im Nachhinein wird sich herausstellen, dass dies die Entscheidende Phase für unseren Erfolg ist.

3.9.12       20:45 Uhr      E-Pedro Moralon                         2880 m.ü.M    196°    16 km/h     130 kg
Nach intensiven Abklärungen durch unseren Meteorologen ist gesichert, dass die Drehung nach Westen in der Nacht einsetzen wird. Wir haben uns deshalb für eine 3. Nacht entschieden. Die meisten Ballone sind weiter östlich nach Süden gefahren und dem Mittelmeer immer näher gekommen. Einer nach dem Anderen ist am Abend gelandet. Nach Sonnenuntergang sind nur noch FRA1 und wir in der Luft. Es beginnt ein heisser Kampf um die weiteste Distanz. Wir sinken ab und bremsen die Fahrt nach Süden ab um nicht zu schnell  bei Gibraltar ans Mittelmeer zu kommen. Die Franzosen sind noch 50 km hinter uns und sinken auch ab. Ihre Taktik ist es, hinter uns zu bleiben und auf das Zu Ende gehen unseres Ballast`s zu warten.

4.9.12       00:00 Uhr      E-San Lorenzo de Calatrava     2235 m.ü.M    235°    26 km/h     120 kg
Die Drehung nach Westen hat bald nach Sonnenuntergang eingesetzt. Die ersten Stunden war es sehr langsam, doch jetzt sind wir wieder zügig unterwegs. Ziel ist es, bis am Morgen in die Gegend von Sevilla zu kommen. Werner, Verena, Tanja und Jris sind in unserer Nähe und wir haben am Abend noch Funkkontakt gehabt.

4.9.12       08:00 Uhr      Nationalpark Sierra Norte        1626 m.ü.M    285°    19 km/h     90 kg
Wunderschöner Sonnenaufgang über dem Nationalpark Sierra Norte. Heute ist der entscheidende Tag. FRA1 ist 90 km hinter uns und kommt kaum noch vorwärts. Unser Ballast ist nicht mehr übermässig, aber einen Tag auf 4500 m.ü.M würde vielleicht noch drin liegen, wenn wir der Thermik ausweichen können.

4.9.12       10:00 Uhr      E-Imbalse de el Pintado            2431 m.ü.M    271°    20 km/h     90 kg
Vor uns befindet sich das militärische Sperrgebiet R-86b, welches sehr gross ist. Wir versuchen eine Freigabe zur Durchfahrt zu erwirken. Das scheint nicht ganz einfach. Der Controller geht zuerst nicht richtig auf unser Anliegen ein und vertröstet uns. Nach 15 Minuten versuchen wir es erneut und verlangen die Einfahrt bis auf FL100, er will es abklären. Kurz vor Einfahrt kommt dann die Aufforderung unter 5000 fuss zu bleiben, da das Militärgebiet aktiv ist. Wir überlegen uns das weitere Vorgehen; Da die Thermik bald einsetzen wird ist damit zu rechnen, dass wir plötzlich hochgezogen werden ohne dagegen etwas tun zu können. Wir würden bis auf 4500 m.ü.M steigen und somit eine Luftraumverletzung riskieren. Den sicheren 2. Rang damit gefährden wollen wir nicht, zudem hat FRA1 bestimmt Ballast für eine weitere Nacht und würde uns sowieso überbieten. Wir entschliessen uns zur sicheren Landung im vor uns liegenden Dorf.

4.9.12       10:30 Uhr      Pueblo del Maestre                    444 m.ü.M       325°    2 km/h        80 kg
Unsere Verfolger sind direkt unter uns als wir den Abstieg beginnen. Zuerst schaut es sehr gut aus um auf einem Feld an der Strasse zu landen. Doch 300m über Grund nimmt die Geschwindigkeit noch einmal stark zu, sodass wir erst auf dem nächsten Hügel zu Boden kommen. Ganz am Boden ist es absolut windstill, sodass wir am Schleppseil hofrätlich und sanft aufsetzen. Wie sich bald zeigt, gibt es keine Zufahrt zu unserem Landeplatz. Pascal bleibt im Ballon und Kurt macht ein paar Landefotos. Derweil treffen die Verfolger auf Annette und Graeme Pusey ein Ballonfahrer Paar aus Sevilla. Sie sind heute Morgen um 4 Uhr aus dem Bett, um uns zu verfolgen. Gemeinsam mit einem Einheimischen machen Sie sich auf den Weg uns zu finden. Da es absolut windstill ist, kann ich Pascal im Ballon den Hügel hinunter ziehen. Bald treffen wir auf unsere Verfolger welche zu Fuss zu uns stossen. Gemeinsam bringen wir den Ballon 1km bis zum Auto.

4.9.12       18:00 Uhr      E-Venta del Culebrin
Nach einem Mittagessen zusammen mit den Spanischen Ballonfreunden machen wir uns an die Ballonpost. Tanja hat mit Airbrush eine schöne Karte gestaltet, welche per Post an 200 Adressen versendet wird. Wir sind gerade fertig, als der französische Ballon in unserem Blickfeld auftaucht. In den nächsten Minuten steht es fest, unser Vorsprung ist aufgebraucht, FRA1 ist Sieger des 56. Coupe Aéronautique Gordon Bennett 2012. Wir freuen uns über die Silbermedaille und stossen auf unseren Erfolg an.

Herzlichen Dank an unser gesamtes Team im Verfolger Auto an die vielen helfenden Hände auf dem Startplatz und ganz besonders an Daniel Gerstgrasser welcher am wenigsten Schlaf abbekommen hat, weil er fast Nonstop die Wettermodelle wälzte und uns mit den wichtigen Wind und Wetter Infos versorgt hat. Ohne jeden einzelnen in unserem Team ist dieser Erfolg nicht möglich!
Wir haben gemeinsam den 2. Platz erkämpft!

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öffentliche Siegerehrung

Alle sind herzlich eingeladen am Freitag 06.09.2012 an der öffentlichen Siegerehrung in Ebnat Kappel teilzunehmen und mit uns den Erfolg und die Sieger zu feiern. Ein interessantes Programm findet bei voraussichtlich bestem Wetter statt.

Freitag, 7. September 2012

11:00 – 19:00 Spelterini-Ausstellung Halle Speer-Garage
17:00 – 20:30 MM Trophy mit Zielabwurf Stegrütiwiese
ab 18:00 Festbetrieb mit musikalischer Unterhaltung (“JukeSox”) Festzelt
20:30 – 21:00 öffentliche Siegerehrung der Gordon Bennett Teilnehmer mit Nationalhymnen gespielt durch Harmonie Festzelt
ab 20:30 Ballon Night Glow Stegrütiwiese
ab 22:00 Siegerehrung MM-Trophy Large Marquee
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Nur ein kleines Detail im Track…

Nach einer erholsamen Nacht mit viiiiel Schlaf habe ich heute zum Abgewöhnen noch die eine oder andere Trajektorie gerechnet. Habe einen – eigentlich ganz unscheinbaren – Punkt auf dem Track noch einmal genauer angeschaut. Montagmorgen, 9.30 MESZ (s. weisser Pfeil):

Am Montagmorgen hatten Küde und Pascal eine Fahrtrichtung nach 180 bis 190°. Das war nicht optimal, da im Windfeld zu diesem Zeitpunkt eine Aufspaltung der Strömung zu erkennen war. Ein Ast hat nach Süd bis Südost geführt, der andere nach SW. Auch das russische Team fuhr zu dieser Zeit etwas weiter südlich in diese “schlechtere” Richtung.

Grund genug also für einen kurzen Anruf auf das Satellitentelefon. Die Reaktion war cool: Keine zehn Minuten nach dem Anruf war die Richtung um 20° nach rechts korrigiert. Ein kleiner Aufstieg um 100 oder 200 Meter hat gereicht, um dies zu erreichen und die Reise konnte entspannt weitergehen. Möglicherweise war dies die wichtigste Kurve im ganzen Rennen. Definitiv weiss man es natürlich nicht, aber in den Trajektorien von diesem Zeitpunkt sieht man sehr schön, was passieren hätte können:

Ensemble Trajektorie mit Startzeitpunkt Montag, 3. Septermber 2012 um 9h MESZ auf 3000m. Das Modell ändert hier die horizontale und vertikale Position ein wenig und rechnet 27 Varianten.

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Auch die Rückreise bietet schöne Impressionen

Kurz vor der französischen Grenze haben wir am Meer ein lauschiges Plätzchen gefunden. Hier ist es richtig kitschig aber auch schön, wie man es sich für ein Fischerdörfchen am Meer sich vorstellt :-)

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Besuch bei Ultramagic

Unsere Rückreise führt uns bei Ultramagic in Igualada vorbei. Carlos Lladó heisst uns willkommen und zeigt uns die Fabrikation. Wir sind begeistert und staunen welch grosse Heissluftballon Körbe und Hüllen hier hergestellt werden. Danke Carlos, wir sind beeindruckt.
Ultramagic

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