Medallienspiegel SUI-1

Unsere Sammlung hat heute Abend einen weiteren Zuwachs erhalten. Damit komplettiert sich der Medaillienspiegel. 

2009 – Silber / 2010 – Gold / 2012 – Silber / 2013 – Bronze / 2015 – Gold / 2016 – Gold / 2017 – Silber


Yeah! Sui-1 go for it!

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Siegerehrung 61th Gordon Bennett 2017

Ein emotionaler Abend mit allen teilnehmenden Teams geht mit einer rauschenden Siegerehrung dem Ende entgegen. Danke an alle, welche dies ermöglicht haben.

Wir freuen uns bereits jetzt schon auf das nächste Jahr und hoffen auf eine breite Unterstützung. Es ist jedes Mal eine Mammutaufgabe für die Organisatoren um einen FAI Wettbewerb auf diesem Level durchzuführen. Danke!

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Abend der Sieger

Heute Abend werden die Mannschaften des 61. Coupe Aéronautique Gordon Bennett geehrt und die Sieger gefeiert.

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Fahrtbericht SUI-1

Wir treffen am Mittwoch 6. September in Epagny ein und beziehen eine wunderschöne Ferienwohnung mit genügend Schlafplätzen für unser Team. Danach ist Arbeit angesagt, die Sandsäcke wollen gefüllt werden. Wir sind das erste Team am alljährlichen Sandkasten Rodeo für Erwachsene. Nur Frankreich 1 gesellt sich an diesem Nachmittag noch zu uns und wir sprechen ab Platz 1 und 2 in der Rangliste zu belegen. Mein Französisch ist leider nicht sehr gut, deshalb haben Christophe und Vincent wohl die Reihenfolge falsch verstanden. Am nächsten Morgen gibt es früh Tagwache, Patrick Mülhauser von SRF 1 hat sich angekündigt, denn Kurt ist Morgengast auf Radio SRF 1. Zwischen 10 und 11 Uhr kommt zudem eine Live-Sendung über das Gordon Bennett Rennen mit Schaltungen nach Fribourg. Die Presseabteilung um Iris Mende hat es geschafft die Nationale Presse von Radio und Fernsehen für unser Rennen zu begeistern. Endlich hat das härteste Ballonrennen der Welt die Bühne, die es verdient. Nach dem General Briefing am Nachmittag folgt ein phänomenaler Eröffnungsabend auf dem Schloss Gruyère. Schulkinder tragen vor jedem Team die Landesflagge und eine begeisterte Menge zu beiden Seiten empfängt die Pilotinnen und Piloten beim Einlaufen ins Schloss. Anne Maillard Magnin eröffnet das 61. Rennen und bei der Auslosung der Startreihenfolge bekommen wir Platz 18.

Am Starttag wird um 7 Uhr der Platz geöffnet mit dem Ziel um 9.15 Uhr den ersten Ballon zu füllen. Dies ist auch nötig, denn in diesem Jahr sollen die Ballone publikumswirksam um 19.30 Uhr abheben.  Für die Zuschauer wird viel geboten, der ganze Flugplatz Epagny ist in einen Kilbiplatz umfunktioniert worden. Es sollen 25’000 Besucher aufs Gelände kommen. Für uns heisst es aber volle Konzentration für die Vorbereitungsarbeiten. Plötzlich bekommen wir Besuch von einem mit Krawatte gekleideten Herrn der Kurt zur Dopingkontrolle abholt. Ach hätte er doch nicht am Morgen schon die Harnröhre entleert… so zieht sich das Ganze hin. Doch wir haben Zeit, unser Ballon ist erst im letzten Drittel zum Füllen dran. Unser Meteo- und Strategie-Team Daniel Gerstgrasser und Roman Hugi sind ebenfalls vor Ort und studieren in einem Wohnmobil die Wetterlage. Nicht ganz einfach, zeigen doch alle Berechnungen in Richtung Kaliningrad, welches nicht zum Wettkampfgebiet gehört. Links vorbei würde es nach Skandinavien gehen, was man wettertechnisch gut Timen müsste. Rechts vorbei haben die Trajektorien von heute nicht mehr als Option drin und man müsste die enge Pforte nach Litauen erwischen. Guter Rat ist teuer, aber dazu haben wir ja unsere beiden Kracks dabei. Es kommen viele Freunde und Fans um uns alles Gute zu wünschen und schon bald sind wir startklar. Pünktlich um 19.30 Uhr hebt als erstes Team GBR 1 ab und im 3 Minuten Takt folgen die restlichen 20 Ballone. Leider sind von den 22 angemeldeten Teams nur 21 angereist, Thomas Herndl musste aus gesundheitlichen Gründen absagen, aber er hat mir versichert im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Ein Start in die Abenddämmerung hat schon seinen Reiz, für die Zuschauer attraktiv und von den Bildern her viel besser als in der Nacht. Nur darf es dann tagsüber nicht zu viel Wind haben.

Die meisten Ballone steigen auf 2’000 m in die schnellen Winde Richtung Polen. Auch Frankreich 1 scheint diesen Weg zu nehmen. Nach den letzten Berechnungen glauben wir nicht daran die Pforte nach Litauen zu erreichen. So entschliessen wir uns für die etwas gewagte Route links an Kaliningrad vorbei über die Ostsee nach Finnland. Wie sich herausstellt haben GER 3 mit Matthias und Benni die gleiche Idee. Schaffen wir es steht uns Skandinavien offen. Ein Haken an der Sache gibt es, wir dürfen nicht zu früh an der Ostsee ankommen, weil dort eine Kaltfront erst in der Nacht zu Sonntag nach Norden abzieht. Mit der Nationalhymne und dem begeisterten Jubel der Menge geht es um 20.20 los. Wir müssen über den ersten Hügelzug auf 1’600 m.ü.M steigen und driften nach Osten. Schon bald meldet unser Team, dass wir zu schnell sind und bremsen müssen. So benutzen wir schon das erste Mal die Top Leine um Gas abzulassen. Beim Sempachersee sind wir ganz tief und ziehen weiter Richtung Albis. Wir können sehr gut bremsen, aber die Richtung sollte mehr nach Norden gehen. Über Uster kommt uns der Heimvorteil zugute, wir wissen, dass hier in der Nacht ein Ausfliessen Richtung Norden vorhanden ist. Ganz tief über Boden erfolgt die gewünschte Drehung und es folgt eine unvergesslich schöne Fahrt über Fehraltorf, wo uns GER 3 kreuzt, bis nach Winterthur und weiter zum Bodensee. Die Korrektur ist nicht nur uns gelungen, auch Matthias und Benni folgen unserem Track nach Nordosten.

Wenn man das ganze Tracking anschaut, fragt man sich schon was denn die Beiden da nördlich des Bodensees treiben. Doch wenn man die Wetterlage über Europa anschaut wird klar, dass keine Eile angesagt ist, wenn man nach Norden möchte. Nach Ulm wird es Zeit einen steileren Winkel zu fahren, wir steigen auf 3’000 m.ü.M. Es passt mit 40° Fahrtrichtung noch nicht ganz um Kaliningrad rechts liegen zu lassen. Es hilft alles nichts, wir müssen noch höher und eine grössere Geschwindigkeit in Kauf nehmen, endlich ab 3’500 m.ü.M passt die Richtung. Zeitweise setzt Regen und später leichter Schneefall ein. Das ist grundsätzlich kein Problem, kostet aber zusätzlichen Ballast wegen des Gewichts an Wasser auf der Hülle. Als später die Wolken etwas aufbrechen und die Sonne den Ballon abtrocknet und erwärmt steigen wir weiter bis über 4’000 m.ü.M, was eine Geschwindigkeit über 100 km/h zur Folge hat. Zügig ziehen wir über Nürnberg Richtung Berlin. München Radar ist sehr hilfsbereit und gibt uns alle gewünschten Höhen frei.

Die Sonne kommt und geht, was den Ballon ständig steigen und sinken lässt. Die Richtung wird ebenfalls immer schlechter und zu allem Elend meldet unser Team zu Hause, dass wir viel zu schnell bereits um 20 Uhr LT auf Höhe Stockholm sein werden. Können wir es wagen auf die Ostsee hinaus zu fahren um kurz nach der FIR Kaliningrad aufs Wasser abzusinken um die Kaltfront vor uns abziehen zu lassen? Es sind zu viele Faktoren die dagegensprechen, es ist zu gewagt und wir haben auf dem Wasser keine Landemöglichkeit, wenn der Plan nicht aufgeht. So entschliessen wir uns die Taktik radikal zu ändern. Aus einer bedenklich schlechten Position südlich Berlin müssen wir versuchen möglichst weit nach Osten zu kommen. Und nicht nur wir, auch unsere Rückholer Jris, Tanja und René müssen ihr GPS neu einstellen und Richtung Warschau halten.

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Die meisten Ballone, scheint es, müssen am Abend an der 30 km Sperrzone vor Kaliningrad landen, wir sind die 18. Doch das Team FRA 1 fährt einen fantastischen Kurs auf die Pforte Richtung Litauen zu, gefolgt von unseren Freiburger Kollegen SUI 2. FRA 1 war zeitweise auf über 6’000 m.ü.M, kein anderes Team würde danach noch eine Nacht oben bleiben können, aber der selber gebaute und sehr leichte Ballon von Vincent bringt einfach am meisten Ballast in die Luft. Roman und Dani in unserer Zentrale in Turbenthal rechnen fieberhaft Trajektorien und durchsuchen die Wettermodelle nach einer Strömung Richtung Ost Südost. Die soll es in der Nacht ganz am Boden tatsächlich geben, es heisst möglichst früh absinken um nicht noch weiter nach Nordosten zu driften. Noch ist es mit 50 km/h sehr schnell am Boden was Ballast kostet und man muss aufpassen nicht zu nahe an den Boden in Turbulenzen zu geraten. Nach Sonnenuntergang kühlt die Luft am Boden ab und eine allmähliche Drehung von 60 über 70 bis 85° setzt ein. Dani und Roman sind zufrieden und spornen uns an so tief wie nur möglich zu gehen um immer mehr nach Südosten zu gelangen. Immer wieder überqueren wir grössere Felder mit Windrädern, eines ist mehr als 10 km lang, mit unzähligen Windrädern die alle Rot blinken. Wie nahe können wir uns den Rotoren annähern? Unser Navigationsgerät setzt laufend Warnungen ab, aber es ist sehr stabil geworden und mit 28 km/h auch nicht mehr so schnell, zudem haben wir unser Nachtsichtgerät durch das Polen auch ganz reizvoll aussieht. In der Zwischenzeit haben Christophe und Vincent Litauen erreicht und fahren mit hoher Geschwindigkeit tiefer ins Baltikum rein. Laurent und Nicolas von SUI 2 kämpfen mit der Fahrtrichtung und müssen leider in der Nacht vor der Sicherheitszone zu Kaliningrad landen. Schade, sie hatten eine sehr gute Ausgangslage, aber die wenigen Stunden hinter FRA 1 haben offensichtlich die Winde schon zu sehr drehen lassen und soweit nördlicher von uns ist auch die Nordwest Strömung die wir am Boden nutzen nicht vorhanden.

Noch sind ein paar Teams in der Luft, unter anderem ESP 1 mit Anulfo und Angel. Sie kommen von Südwesten und scheinen einen guten Track Richtung Litauen zu fahren. Derweilen dreht es bei uns immer mehr nach Süden. Eine spektakuläre Kurve ziehen wir über Polen und versauen das ganze Tracking-Bild. Doch wir sind nicht für die Schönheit zuständig sondern für eine möglichst weite Distanz. Nur fragen sich viele, was denn aus dieser Fahrt die mittlerweile im Ranking km zurückzählt als zu generieren, noch werden soll. Auch wir werden langsam ungeduldig und fragen in unserer Zentrale nach ob das wirklich noch in Ordnung sei. Doch Roman hat eine souveräne Planung für die Zielanfahrt Richtung Litauen ausgeheckt. Auch ESP 1 erkennt den Sinn dieser Fahrt nach Südosten und steigt aus 3’000 m.ü.M ab um ebenfalls etwas aufzukreuzen. Heute Morgen sind Christophe und Vincent in Estland gelandet, 1’836 km gilt es zu schlagen, nicht einfach! Auf rund 1’000 m.ü.M finden wir eine Fahrtrichtung von 45° was uns fürs erste ok erscheint. Auch ESP 1 fährt neben uns in etwa gleicher Höhe. Wir nähern uns dem Luftraum von Warschau, der entweder unter 2’000 Fuss (600 m.ü.M) oder über FL 100 (3050 m.ü.M) durchquert werden darf. Thermik hatten wir bisher noch überhaupt keine und so versuchen wir zuerst tiefer zu gehen. Die Richtung wird mit 60° noch etwas besser, aber es ist zu instabil da unten. Nachdem 20 Liter Wasser ein Durchfallen des Ballons bremsen, geht es entsprechend rassig mit über 3 m/s himmelwärts. Schnell informieren wir Warschau Info über die Entscheidung doch auf 3’000 m.ü.M steigen zu wollen. Das wird kurzum bewilligt und wie wir erfreut feststellen mit einem idealen Track Richtung Pforte zu Litauen belohnt. Roman und Dani freuen sich ebenfalls und so langsam kann die weitere Planung und eine allfällige 3. Nacht angeschaut werden. Ganz im Nordosten bei Suwalki wird es gegen Abend etwas instabil werden und aus den Quellwolken könnten Schauerzellen entstehen. Wir sind vorerst genug hoch und über den Cumuli unterwegs, doch weit vor uns sind höhere und weiter entwickelte Türme zu sehen. Werden sie genug früh zusammenfallen um uns nicht zu behindern? Wir werden es später kurzfristig entscheiden müssen. Ist das französische Team noch zu schlagen? Dani analysiert die Wetterkarten und macht eine Kaltfront aus, die von Westen nach Litauen und Lettland zieht und uns um Mitternacht erreichen wird, das hätte dann eine Nachtlandung zur Folge. Was wird ESP 1 machen? Immerhin geht es um Platz 2 oder 3. Eine erste Quellung vor uns beginnt sich aufzulösen, aber bei Suwalki ist es immer noch im Aufbau begriffen. Wir nähern uns der mächtigen Wolke immer mehr und plötzlich geht es sehr schnell, ESP 1 sinkt rassig ab und landet noch in Polen. Wir diskutieren die Lage noch einmal mit unserem Team und kommen zum Schluss, dass eine Weiterfahrt nach Estland nicht realistisch ist. Mit 10 Sack Ballast in die Nacht dazu noch mit Regen das geht nicht gut. Auch wir ziehen die Parachuteleine und sinken Richtung Mutter Erde. Keine 10 km vor uns regnet es während wir trocken und hofrätlich auf einer schönen Wiese das 61. Gordon Bennett Rennen als letzter Ballon und auf Rang 2 beenden. Unser Team ist 45 Minuten später am Landeplatz bei Popowo. Ein unheimlich spannendes Rennen geht zu Ende, wir haben fast Unmögliches geschafft und das ganze Feld von hinten aufgerollt. Unser Team zu Hause hat alles aus dem Wetter rausgeholt und uns Tür und Tor bei der Flugsicherung geöffnet. Die Titelverteidigung hat leider nicht geklappt, aber wir sind rundum zufrieden mit der Silbermedaille. Ein grosses Bravo an Christophe und Vincent für die super geplante Fahrt bis Estland, einfach ab durch die Mitte.

Ein ganz grosses Bravo und Merci geht an die Organisation in Fribourg. Sie haben ein grandioses Fest zu Ehren der Luftfahrt organisiert und viele Tausend Zuschauer mobilisiert. Die Nationale Presse hat berichtet und unser toller Sport wurde in der Öffentlichkeit wahrgenommen, es war beste Werbung für den Ballonsport. Auch um uns Sportler hat man sich fürsorglich gekümmert, kein Wunsch war zu kompliziert und wo hatten wir schon so tolle Unterkünfte die wir nicht einmal räumen mussten. Auch Markus und sein Team haben souverän den Wettkampf geleitet und für klare Bedingungen gesorgt.  Herzlichen Dank jedem Einzelnen aus eurem riesigen Helferteam! Wir sind Begeistert!

Und jetzt schon vormerken! GB 2018 in Bern mit Start am 28.09.2018
https://www.facebook.com/GordonBennettBern/

 

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Ballon trocknen ist angesagt

@HappyLilly_ #GB2017FR #GB_Team_Sui_1 Da bei unserer Landung die Hülle noch etwas feucht war, haben wir uns entschlossen beim Stadium im Bresslau einen kurzen Stopp zu machen. Soweit sind wir alle fit und munter und nehmen bald die restlichen Autobahnkilometer unter unsere 8 Räder. Switzerland wir kommen!

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Die goldige Mitte

#gb2017fr

Man kann immer etwas lernen im Leben.

Wie sagt man so schön; es führen viele Wege nach Rom. diesen Satz möchte ich ergänzen mit; aber wenn möglich sollte man die goldige Mitte wählen.

Bravo Christophe et Vincent !

 

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Ballonpost ist unterwegs

Ein Halbtagesjob ist erledigt. Immer wieder ein Erlebnis wenn die Dame am Schalter nach genügend Marken suchen muss. Wann führt die EU selbstklebende Marken ein?

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